Mit dem Auto

Dach oder Heck, oder besser im Kofferraum?

Mit der Bahn

Der Transport mit der Bahn ist nur scheinbar problemlos.

Rohrverkleidung für den Rahmen und zusätzlich Karton zum Schutz von Laufrädern, Schaltung und Bremsen.

Im Flugzeug

Dein Fahrrad kann nicht fliegen? Gut verpackt hebt es trotzdem ab.

Mit Fähre oder Boot

Damit die Tour nicht ins Wasser fällt.



Mit der Bahn

Der Transport mit der Bahn ist nur scheinbar problemlos.


Beim Transport der Liegeräder mit der Bahn, waren die Probleme bisher erwartungsgemäß etwas größer als mit normalen Rädern. Zum einen ist ein Liegerad besonders in der Breite sperriger als ein normales Rad. Zum anderen, ist bei großen Menschen und entsprechend langem Ausleger (das Rohr mit dem Tretlager), auch die Länge des Liegerads ein Problem. Zur Not lässt sich der Ausleger aber auch einschieben. Dann muss die Kette allerdings extra gesichert und am Besten auch umwickelt werden, um andere Fahrgäste nicht zu beeinträchtigen.
In Österreich beispielsweise, wurden die Räder in einem separaten Gepäckwagen transportiert und mussten quer zur Fahrtrichtung eingestellt werden. Die StreetMachine passte gerade noch mit etwas sanfter Gewalt in den Wagen. Im deutschen IC konnten wir sie ohne Modifikationen, in der dafür vorgesehenen Halterung am Hinterrad aufhängen. Das Vorderrad eignet sich dafür nicht. Es ist vom Durchmesser her zu klein und die Scheibenbremse ist ebenfalls im Weg. Dies ist auch der Grund warum der GrassHopper nicht in die vorgesehenen Halterungen passt. Er hat zwei 20 Zoll Räder. Vorne stört wiederum die Scheibenbremse und hinten kommt noch das Schaltwerk der Kettenschaltung hinzu. Aber der GrassHopper fx lässt sich bei Bedarf ja auch zusammenfalten. Trotzdem eine eher problematische Situation.
Bedingt durch breite Untenlenker, kann es bei den schmalen Türen mancher Waggons zu Problemen beim Ein- und Aussteigen kommen. In Wien sind wir mit den Liegerädern per S-Bahn zum Hauptbahnhof gefahren. Hier gibt es, wie fast überall in S-Bahnen, keine separaten Stellflächen für Fahrräder. Das Rad muss in den Eingangsbereich gestellt werden, was beim Ein- und Aussteigen von Fahrgästen dann immer wieder zu "Engpässen" führt. Die Liegeräder nehmen hier doch recht viel Platz weg.

Der Bahntransport der out Terrain Silkroads ist im Vergleich zu den Liegerädern natürlich unproblematischer. Wenn die Türen der Waggons es zulassen, kann zur Not das Gepäck auch mal am Rad dran bleiben. Zumindest hinten geht das, wenn man das Gewicht noch in den Zug gestemmt bekommt. Wenn die Räder aufgehängt werden sollen, muss das Gepäck aber zwingend am Boden aufliegen. Das Rad darf nicht mit vollem Gewicht an der Felge hängen. Grundsätzlich sind "normale" Räder leichter zu handhaben, sie lassen sich bequemer am Rahmen anfassen und tragen, sie brauchen weniger Platz, und kein Witz: Wenn es mal eng werden sollte, ist die Akzeptanz bei den Mitreisenden höher als beim Liegerad. Diejenigen, die schon mal ein Rad in einem gut besetzten Zug transportiert hatten, wissen wovon wir reden.

Eine Anekdote zum Zugfahren aus Frankreich. Wir wollten von Orléans nach Besançon, was nicht so recht klappen wollte. Doch lest selbst:

Eine Stunde vor der geplanten Abreise am Morgen stehen wir bereit zur Abfahrt. Diese verzögert sich laut Infotafel um 19 Minuten. Na toll, denken wir, da haben wir nur noch 25 statt 44 Minuten in Paris zum Umsteigen. Nach weiteren 10 Minuten haben wir Gewissheit. Der Zug kommt gar nicht mehr, stattdessen sollen wir mit einem anderen Zug zum fünf Minuten entfernten Bahnhof Orléans Fleury-Les-Aubrais gekarrt werden. Der Schaffner bestätigt uns das auf Nachfrage, der Lockführer verneint dies als wir im Zug sind, schließlich bestätigt auch er.
Beruhigt, dass der Lockführer doch noch weiß was er tut, bleiben wir im Zug. Das verladen der Räder war kein Problem. Ein freundlicher Fahrgast erklärt uns während der Fahrt auf Englisch wie der Umstieg Ablaufen soll und gibt uns am Bahnhof Orléans Fleury-Les-Aubrais noch den Tip auf Gleis 6 zu wechseln. Dann hastet auch er davon um den Zug zu erreichen. Wir hasten hinterher durch die Unterführung, eine Treppe runter und eine wieder rauf. Die Räder wuchten wir über die Stufen. Am Zug angekommen suchen wir das Abteil für Fahrräder. Bahnangestellte machen uns jedoch unmissverständlich darauf aufmerksam, dass das Verladen der Räder zu lange dauern würde und wir doch bitte schön zurück treten sollen, damit der Zug abfahren kann. Wir bleiben also zurück und suchen frustriert am Fahrkartenschalter Hilfe. Die Dame an Schalter vier will uns nicht helfen und wehrt wild gestikulierend ab. Die junge Dame an Schalter drei hat ein Erbarmen mit uns und kramt ihre Englischkenntnisse hervor. Sie gibt sich sehr viel Mühe und bucht uns schließlich die Tickets auf einen anderen Zug um. Natürlich bestätigt auch sie auf Nachfrage, dass der Fahrradtransport in den Zügen kein Problem darstellt.
Wir warten auf den Zug und informieren uns welcher der Waggons für Fahrräder geeignet ist. Als der Zug einfährt spurten wir zu der entsprechenden Stelle an der ein großes weißes Fahrrad abgebildet ist. Es handelt sich um einen alten Waggon mit Treppe und schmaler Türe. Die Räder passen gerade so durch. Hinter der Türe befindet sich nur wenig Platz. Ein schmaler Gang mit klassischen Abteilen. Nichts was für Fahrräder geeignet wäre. Wir wuchten die Räder in den Waggon. Eine junge Frau öffnet die Toilettentür. Wir hatten sie mit den Rädern verbarrikadiert. Also ein Rad wieder raus und die Frau befreien. Daniela bleibt im Zug und ich versuche an anderer Stelle des Zugs mit einem der Räder mein Glück. Die Bahnangestellten erklären mir dort angekommen grinsend, dass kein Platz im Zug sei. Ich spurte zurück zu Daniela, die gerade mit Fahrgästen kämpft, die sich wie Zombies an ihr und dem Fahrrad vorbeidrücken. Mir wird klar, dass wir keine Chance haben und wieder raus müssen. Ich zerre zuerst den Anhänger aus dem Zug. Eine ältere Dame steigt währenddessen darüber hinweg. Eine wirklich absurde Szene. Mir fällt wieder der Verglich mit den Zombies ein. Von rechts schreit der Schaffner mir ins Ohr, dass der Zug jetzt abfährt. Von Daniela höre ich wie sie laut STOP schreit und sich zwischen die Zombies und das Fahrrad wirft. Die Fahrgäste halten endlich inne. Wir nutzen die Gelegenheit und wuchten das zweite Fahrrad aus dem Abteil. Eine junge Frau reicht uns noch eine Radtasche hinterher, die wir sonst vergessen hätten, während der Zug im gleichen Moment auf schon losfährt.
Wir sind draußen und bemühen uns nicht Amok zu laufen. Der Schaffner, der mir zuvor ins Ohr gebrüllt hatte, steht noch da und versucht nicht zu uns rüber zu sehen. Schließlich spricht er uns doch noch auf Englisch an. Er fragt ob wir nach Paris wollen. Wir verneinen und er empfiehlt uns den Zug zurück nach Orleans zu nehmen. Mit schuldbewusster Miene deutet er dabei auf einen vor ihm stehenden Zug. Wir fahren also zurück. Es handelt sich um den gleichen Typ Zug wie auf der Fahrt zuvor. Also wieder kein Problem. Am Schalter in Orleans berät uns ein älterer Herr und bucht uns freundlich die Tickets auf einen anderen Zug um. Nach erneutem hartnäckigen Nachfragen räumt er schließlich ein, dass es wohl nicht möglich ist unsere Räder in den Zügen zu transportieren. Er schaut dabei, als ob er einem Kind erklären müsse, dass es das heiß begehrte Spielzeug nicht haben kann. Wir lassen uns das Geld zurückgeben und verlassen den Bahnhof. Daniela ist stinksauer. Es beginnt zu Regnen…

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