Rückblick Neuseeland - Wie war's denn so?

Wieder mal lassen wir ein Land hinter uns und blicken auf mehr als vier Monate in Neuseeland zurück. Es war eine wechselhafte Zeit. Sowohl vom Wetter her, als auch von unseren seelischen Hochs und Tiefs. Die hatten wir zwar auch schon in den USA, hier in Neuseeland stellten wir aber zum ersten Mal unsere Reise in Frage und fragten uns ernsthaft ob wir überhaupt weiterfahren sollen. Zu schwer machte uns das Land die Eingewöhnung. Wären wir zuvor nicht in den Vereinigten Staaten gewesen, hätten wir dort nicht schon unzählige Anstiege bezwungen und etliche Highways befahren, so hätten wir in Neuseeland vielleicht aufgegeben.
Wie schon mehrmals geschrieben, sind die Verkehrsverhältnisse teilweise heftig. Wir schreiben teilweise, weil es mindestens genauso viele schöne und gut zu radelnde Abschnitte gibt. Besonders auf der Südinsel bieten zahlreiche Radwege, wie z.B. der Alps To Ocean Trail (A2O), einen weitgehend autofreien aber auch anstrengenden Weg durch die spektakulären Landschaften Neuseelands. Der Verkehr ist auf der Südinsel generell moderater als auf der dichter besiedelten Nordinsel.
So hatten wir uns schließlich arrangiert und die Hügel und Berge genommen wie sie kamen, genauso wie die zahlreichen Regentage. Einzig der zum Teil heftige Wind blieb ein ungeliebter und steter Begleiter. Zudem traf leider fast immer zu, was jeder Radfahrer weiß: Der Wind kommt immer von vorne.
Die viel gerühmte Freundlichkeit der Kiwis ist unserer Meinung nach eher eine ausgeprägte Gelassenheit, denn eine herzliche Zuwendung. Überhaupt pflegen die Neuseeländer einen recht entspannten Lebensstil. Seltsamerweise endet dieser hinter dem Steuer eines Autos. Eine Friseurin in Wellington formulierte es treffend: „Die Neuseeländer sind superfreundlich. Aber beim Autofahren werden sie zu Monstern.“
Neuseeland ist kein Radfahrland. Darin sind sich ein Großteil der Radler einig, die schon einmal in Neuseeland unterwegs waren. Und trotzdem würden wir dieses Land jedem empfehlen, der bereits Radreiseerfahrung hat. Zu großartig sind die Landschaften und zu schön ist die Natur, als dass die negativen Seiten überwiegen könnten.
Wir waren über vier Monate unterwegs und hatten nur eine handvoll Tage, die wir als gewöhnlich oder gar langweilig beschreiben würden. Dieses Land bietet eine ungeheure Vielfalt und Abwechslung und überrascht immer wieder aufs Neue. Auch nach mehreren Monaten Neuseeland konnten wir immer noch Staunen.

Zum Abschluss mal was anderes als die üblichen Postkartenmotive. Impressionen aus Neuseeland in schwarzweiß.

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