Begegnungen

Wie schon geschrieben, sind es vor allem die Menschen die wir treffen, die unsere Reise zu etwas besonderem machen.
So wie die Frauen auf dem Campingplatz in Balclutha, die beide Inseln Neuseelands durchqueren (http://kiwirising2017.weebly.com). Über 3000km vom südlichsten Punkt in Bluff, zum nördlichsten Punkt am Cape Reinga. Zu Fuss!
Oder Steve und Gaylene, die uns an einem regnerischen Tag mit Ihrem Pickup 60km weit bis zur nächsten Stadt fuhren. „Wir haben aber sehr viel Gepäck. Geht das denn mit eurem Auto?“. „Kein Problem, das Auto ist sehr groß und wir haben einen Fahrradständer.“ Das Auto war groß. Aber Steve und Gaylene hatten wohl noch nie zuvor die gesamte Ladefläche nur für Fahrradgepäck verwendet.
Auf einem Campground treffen wir Tim aus Bayern. Er kam mit der festen Absicht nach Neuseeland, einen der üblichen Vans zu kaufen, um damit durch das Land zu touren. Letztlich wurde es ein Fahrrad und eine Campingausrüstung, mit der er nun als frisch gebackener Reiseradler erstmals auf dem Fahrrad unterwegs ist.
Wir trafen Hansi aus der Schweiz, der sich zum 60sten selbst einen Traum erfüllte und nun mit dem Fahrrad durch Neuseeland radelt, paddelt, wandert und wahrscheinlich noch vieles mehr macht. Wir hatten bisher noch niemanden getroffen, der mit mehr Enthusiasmus unterwegs war.
Klaus, geboren in Deutschland, der in Australien lebt und mit dem Fahrrad durch die Welt fährt. Zuvor war er jahrelang mit seinen zwei Kamelen durch Australien gewandert. (https://www.youtube.com/watch?v=Z529KT9Lx9Q). Wir trafen ihn auf dem Otago Rail Trail. Er ist ein lustiger Vogel, der uns mit seinen Geschichten begeistere.
Heike und Peter die sich unterwegs zufällig getroffen hatten, um zusammen ein Stück durch Neuseeland zu radeln. Beide sind seit Jahren unterwegs. Peter stammt aus Südafrika und war von England aus durch die ganze Welt nach Neuseeland geradelt. Wir fragten ihn, ob es denn immer noch etwas gibt, dass ihn auf seiner Reise begeistern kann. Es sind die Menschen, sagt er uns nach kurzem Überlegen, die Ihn immer noch überraschen und bewegen können.
Viele der Reiseradler treffen wir inzwischen immer wieder. Ein Paar aus Argentinien trafen wir das erste Mal vor einem Supermarkt. Sie kauften eine Basilikumpflanze, um sie als “Kräutergarten“ auf dem Fahrrad mitzunehmen. Ein Unterfangen, das unserer Meinung nach wenig Aussicht auf Erfolg hatte. Nach drei Wochen trafen wir sie wieder. Der gleiche Basilikum war immer noch mit dabei und erfreute sich, mit Kabelbindern am Fahrrad befestigt, guter Gesundheit.
Am Beginn unserer Reise, auf unserem Weg nach Frankfurt, trafen wir auf einen Campingplatz auf Helmut und Verena (http://www.helmutverenaontour.de). Wir kannten sie zu diesem Zeitpunkt nicht persönlich, aber wir hatten ihre Website für unsere Reisevorbereitungen genutzt. Was für eine Überraschung, als wir ihnen dann plötzlich gegenüberstanden. Schnell wurde klar, dass wir zur gleichen Zeit in Neuseeland sein würden. „Vielleicht sieht man sich“. Wir hatten wenig Hoffnung, denn die Wahrscheinlichkeit auf ein zufälliges Treffen war doch sehr gering. Umso größer war die Freude, als wir bei Christchurch, auf dem Weg zur Banks Peninsula, in ein Café gingen und dort tatsächlich Helmut und Verena saßen. Was für ein unglaublicher Zufall!
Rieta aus den Niederlanden ist Fotografin und bestärkte uns in dem was wir taten (http://www.rietamulder.nl). Überhaupt trafen wir immer mehr Menschen die nicht nur einfach andere Reisende waren, sondern die mit Ihren persönlichen Geschichten dazu beitrugen unsere eigene Reise zu bereichern.
Und natürlich Ellen, ebenfalls aus den Niederlanden. Sie war für einige Tage mit uns unterwegs. Wir trafen uns abends auf dem Campingplatz und hatten einfach nur eine gute Zeit, die wir sehr genossen. Denn ausserhalb der gemütlichen Gemeinschaftsküchen spielte das Wetter verrückt und bescherte uns Kälte, Regen, Hagel und viel Wind.
Auch kurze Begegnungen beeindruckten uns immer wieder. Der irische Reiseradler, der seine neu gekauften Flipflops einfach in die Speichen klemmte, weil es halt schneller und einfacher war, als sie mit in die Radtaschen zu packen.
Oder der bereits erwähnte Klaus, den das Oberrohr an seinem Rad zu hoch war und der es deshalb auf einer Seite einfach abgesägt, nach unten gebogen, und mit einer Rohrschelle und Klebeband neu befestigt hatte.

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