Unsere Liegeräder

HP StreetMachine und HP GrassHopper

SRAM DualDrive II 3x9. Kombination aus SRAM 3-Gang Nabe und Shimano XT 9-fach Kassette.

Ausstattung

Die Ausstattung im Detail

GrassHopper fx

Das Zusammenfalten des GrassHopper

FAQ

Häufig gestellte Fragen



FAQ - Häufig gestellte Fragen

Wird man im Straßenverkehr nicht leicht übersehen?

Sehen und gesehen werden ist im Straßenverkehr sehr wichtig. Viele greifen auf einen Wimpel zurück um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Fahrradtaschen mit grellen Farben fallen auf. Ebenso grelle Kleidung. Bedingt durch die liegende Position hilft die Kleidung aber nicht bei der Sichtbarkeit von hinten. Beleuchtung und Rückstrahler nach StVO sind nicht nur aus Sicht des Gesetzgebers ein Muss. Wenn man an die vielen Radfahrer denkt, die in der Dämmerung, bei Regen oder gar bei völliger Dunkelheit ohne Beleuchtung unterwegs sind, scheint das Thema Sichtbarkeit aber kein spezielles Liegeradthema zu sein.
Bis jetzt hatten wir glücklicherweise noch keine Situation in der wir übersehen wurden. Man muss hier aber sicherlich zwischen "gemäßigten" Liegerädern wie wir sie fahren und Tiefliegern bei denen man wenige Zentimeter über dem Boden liegt unterscheiden. Situationen in denen wir selbst nicht genug sehen konnten gab es hingegen schon viele. Autos, LKWs, Hecken, Büsche, Bäume, Stromverteilerkästen oder Brückengeländer. Es gibt unzählige Dinge die die Sicht versperren können. Viele davon kann ein Radfahrer mit einem normalen Rad überblicken. Verschlimmernd kommt beim Liegerad die zurückversetzte Position des Kopfs hinzu. Um doch noch etwas sehen zu können kann man an einer Kreuzung mit den Beinen voran nicht weit genug vor fahren. Hier hilft nur absteigen und schieben oder vorsichtiges Herantasten.

Ist es schwierig mit solch einem Rad das Gleichgewicht zu halten?

Bei uns war es beim ersten Mal so: Draufsitzen - eine helfende Hand die einen beim Anfahren stützt - mit einem Bein einmal kräftig in eines der Pedale getreten - den zweiten Fuss auf das Pedal setzen - und losgefahren. OK, zugegeben, das hatte erst beim zweiten Versuch geklappt.
Natürlich ist es anders und ungewohnt gegenüber dem normalen Fahrrad. Im Prinzip ist es aber nichts anderes und fällt nach kurzer Zeit genauso leicht. Die liegende Position ist am Anfang natürlich ungewohnt.
Was auf jeden Fall besonders geübt werden muss, ist das Anfahren und Anhalten, sowie das Auf- und Absteigen. Zu Beginn sollte man gefährliche Situationen, wie z.B. stark befahrene Straßen, meiden.

Kann man mit einem Liegerad auch langsam fahren?

Mit ein wenig Übung kann man genauso langsam fahren wie mit einem normalen Rad. Am Berg wird es bei Geschwindigkeiten unter 5km/h kippelig. Das variiert aber sicherlich von Liegerad zu Liegerad und ist beim normalen Rad ähnlich.

Ist das Fahren am Berg anstrengender als mit einem normalen Rad?

Natürlich ist es anstrengend mit einem Fahrrad einen Berg hoch zu fahren. Das ist es aber in jedem Fall, denn die Schwerkraft unterscheidet nicht nach Fahrzeug. Im Unterschied zum normalen Fahrrad muss beim Liegerad die ganze Kraft aus den Beinen erzeugt werden. Beim aufrechten Fahren kann hingegen der ganze Körper daran beteiligt werden. Das eigentliche Problem ist jedoch das gleiche wie bei allen Fahrrädern. Die Fahrgeschwindigkeit nimmt am Berg stark ab. Unterschreitet man hierbei ca. 5km/h wird es besonders auf dem Kurzlieger kippelig. Normale Berge bis zu einer Steigung von 10% sollten kein Problem darstellen - auch mit Gepäck.
Daniela war es, die als Erste von uns beiden unseren damaligen "Hausberg" mit 13% Steigung bezwang. Inzwischen fahren wir beide diesen Berg hoch ohne uns dabei kaputt zu machen. Immer wieder ertappen wir uns aber dabei, wie wir die Touren hinsichtlich möglichst geringer Steigungen planen.
Zusammengefasst kann man sagen, dass die Fahrt bergauf (nicht im Gelände!) mit dem Liegerad genauso gut oder schlecht möglich ist wie mit dem normalen Rad.

Wie kommt man mit einem solchen Rad im Gelände zurecht?

Sagen wir so: Mal kurz über eine Wiese düsen? - Kein Problem. Ein Feldweg? - kein Problem. Normaler Schotter oder auch mal etwas Kieselsteine? - schon schwieriger zu befahren aber gut möglich. Über Stock und Stein oder durch Sand? - besser nicht.

Kann man ein Liegrad auch schieben?

Unsere Räder lassen sich mit einer Hand, nur durch Halten an der Sitzlehne problemlos schieben. An unseren HP Mesh-Sitzen sind oben zwei Querstangen die sich hierbei hervorragend als Griff eignen. Dabei laufen Sie sauber geradeaus und lassen sich durch leichtes Kippen in die gewünschte Richtung manövrieren. Es ist sogar komfortabler als bei einem normalen Fahrrad, weil einem beim Nebenhergehen nicht ständig die Pedale in die Beine knallen. Am Berg kann man das Rad schieben, indem man hinterherlaufend mit beiden Händen an der Sitzlehne anfasst. So lassen sich auch größere Steigungen gut überwinden. Bergab hat man jedoch besonders mit Gepäck das Problem, dass das Rad zu sehr schiebt. Hier müssen die Bremsen eingesetzt werden. Dabei kommt man nicht umhin sich zum Lenker hinab zu bücken. Im Vergleich zum "normalen" Rad ist das Bergabschieben daher umkomfortabler.

Wie transportiert man ein Liegerad?

Wir hatten uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht wie wohl ein Liegerad mit dem Auto oder der Bahn zu tranportieren wäre. Schließlich hat sich aber herausgestellt, dass die StreetMachine auf unserem handelsüblichen ATERA-Fahrradträger problemlos zu transportieren ist. Wir mussten gegenüber dem normalen Fahrrad nicht mal was verstellen. Durch den niedrigeren Schwerpunkt des Liegerads gegenüber einem normalen Fahrrad, macht das Ganze auf dem Autodach auch noch einen wesentlich stabileren Eindruck. Natürlich muss der Sitz vor dem Transport demontiert werden. Beim GrassHopper gibt es Schwierigkeiten mit der Befestigung am Rahmenrohr. Der Arm des Trägers lässt sich in keine geeignete Position bringen. Der GrassHopper wird deshalb gefaltet im Kofferraum transportiert.
Mit der Bahn hatten wir bisher ebenfalls erstaunlich wenig Probleme. Natürlich ist so ein Liegerad etwas sperriger als ein normales Rad. Es braucht halt auch hier etwas Erfahrung. Wir hatten bei unserer Rückfahrt von Wien, den Großteil des Gepäcks mit der Post nach Hause geschickt. Dies war eine wirklich große Entlastung, die das Hantieren mit den Liegerädern im Zug deutlich erleichterte.
Mehr zum Thema Radtransport mit Auto oder Bahn gibt's auf der Seite Transport zu lesen.

Ist die lange Kette nicht sehr Reperaturanfällig?

Wir hatten noch keine Probleme. Theoretisch ist es so, dass eine längere Kette verschleißärmer ist, da jedes einzelne Kettenglied durch den längeren Weg zwischen den Zahnrädern weniger oft am Zahnrad im Einsatz ist als bei einer kurzen Kette.

Kann man damit auch enge Kurven fahren?

Ein großer Nachteil an Liegerädern ist, vor allem bei der Unterlenkung, dass der Lenkereinschlag beschränkt ist und damit auch der Wendekreis recht groß ausfällt. In normalen Fahrsituationen spielt dies keine Rolle. Auf einer normal breiten Straße lässt sich auf einer Fahrspur im Fahren wenden. Ansonsten muss man schiebend rangieren oder das Rad durch Anheben am Voderrad umdrehen. Im Stadtverkehr oder wenn es enger zugeht, ein ganz klarer Nachteil des Liegerads.

Ist das ständige Heben des Kopfs beim Liegen nicht sehr anstrengend?

Sieht so aus, ist es aber nicht. Wer es selbst probiert wird feststellen, dass es so gut wie keiner Kraftanstrengung bedarf. Für ganz faule gibt es sogar Kopfstützen.

Wie ist das denn so bei Regen?

Auf jeden Fall ziemlich nass. Das bringt Regen halt so mit sich. Ansonsten gibt es ein paar Kleinigkeiten die erwähnenswert sind. Hosenbeine sollten an der Öffnung eng anliegen. Ansonsten bläst sich das Ganze durch den Fahrtwind auf. Je nach Jacke kann sich auf dem Bauch ein kleiner "See" bilden, der dann möglicherweise über den Reißverschluss nach innen abläuft.
Dank der Spritzlappen an den Schutzblechen unserer Räder hält sich die Sauerei in Grenzen. Sogar die Lowridertaschenbleiben weitgehend frei von Schmutz. Gegenüber dem normalen Rad ist es besonders angenehm durch Pfützen zu fahren, ohne die Beine anzuwinkeln oder im Spagat von sich strecken zu müssen. Schließlich liegt man mit dem ganzen Körper auf einigermaßen sicherer Höhe. Beim Tieflieger ist das natürlich anders. Hierzu haben wir aber keine Erfahrungen.

Ist man mit einem normalen Rad nicht viel flexibler?

Das stimmt schon. Das Liegerad hat einige Nachteile. Die Sicht ist durch die tiefe Position oft eingeschränkt. Es ist nicht so wendig und das Anfahren und Anhalten ist etwas schwieriger als beim normalen Rad. Im Gelände kriegt man ebenfalls schneller Schwierigkeiten und mal kurz scharf um die Ecke gebogen ist ebenfalls nicht ganz so einfach. Beim Liegerad ist eine vorausschauendere Fahrweise notwendig. Randsteine oder andere Hindernisse können nur mit stark verminderter Geschwindigkeit überfahren werden. Ansonsten ruiniert man sich die Felge. Es fehlt die Möglichkeit das Vorderrad während der Fahrt anzuheben und das Hinterrad zu entlasten. Große Schlaglöcher können durch die kleinen Laufräder gefährlich werden.
Vorausdenken ist auch für das Wechseln der Gänge notwendig. Mit einer Kettenschaltung lassen sich die Gänge nicht im Stand wechseln. Mal eben kurz das Hinterrad angehoben und an der Tretkurbel gedreht geht auch nicht. Der Schwerpunkt an dem das Rad angehoben werden muss (Sitzlehne) und das Tretlager liegen zu weit auseinander um beides gleichzeitig mit den Händen erreichen zu können. Abhilfe kann man schaffen in dem man das Rad über den Ständer zur Seite kippt bis das Hinterrad vom Boden abhebt. Mit einer reinen Namenschaltung gibt es diese Probleme nicht. Aber auch unsere kombinierte Schaltung (3-Gang-Nabe + Kettenschaltung) erspart in den allermeisten Fällen ein Umlegen der Kette im Stand.

Das ist doch alles bestimmt sehr speziell. Braucht man z.B. spezielle Radtaschen?

Vieles ist etwas komplizierter zu befestigen. Die Fahrradtaschen sind kein Thema. Handelsübliche Taschen in Markenqualität sollten sich in jedem Fall verwenden lassen. Ortlieb bietet inzwischen sogar spezielle Liegeradtaschen an. Wir haben hierzu aber keine Erfahrungen.
Was aber auf jeden Fall Probleme macht, ist der "fehlende Lenker" bei der Untenlenkung. Ein Platz für den Fahrradtacho ist schwer zu finden - Lenkertasche geht nicht - auch am Platz für den Kartenhalter haben wir uns bisher erfolglos den Kopf zerbrochen. Das Problem ist dabei häufig, dass Befestigungssysteme und Halterungen nur für normale Fahrräder ausgelegt sind. Hier muss man kreativ werden oder auf spezielle Produkte und Selbstbaulösungen zurückgreifen.

Auch interessant