Deutschland Teil 2

Von Dagebüjl nach Termunterzijl (Niederlande)


Neben den selbst erstellten Routen über Fahrstraßen und straßenbgleitenden Radwegen, orientierten wir uns an den folgenden offiziellen Radwegen:

Nordseeküstenradweg 
Auf dem Weg von Dänemark nach Frankreich entlang der Nordseeküste

Dauer 4 Tage Fahrt / 3 Tage Pause
Entfernung gesamt 260 km
Entfernung Durchschnitt pro Tag 65 km
Höhenmeter gesamt 450 m
Höhenmeter Durchschnitt pro Tag 112 m
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Reisebericht

48.Tag - Von Dagebüll nach Husum - 53 km/99 Hm

Wir waren heute auf einer recht eintönigen Strecke von Daggebüll nach Husum gefahren. Husum war ganz nett und wir hatten die Gelegenheit zu einer Pause mit Kaffee und Kuchen genutzt. Wie in jeder größeren Stadt, stießen unsere Räder auch hier auf reges Interesse. Einem “Bastler“ war unser Anhänger aufgefallen. Besonders die Aufhängung weckte sein Interesse. Wir erfuhren, dass er dreirädrige Gefährte mit Boxermotor konstruiert und baut, für die er einen Schlafanhänger entwerfen wollte. Der gewillte Fahrer sollte sich dabei in eine Art Zigarre mit Fenster zwängen. Wir dachten dankbar an unser Zelt.
Am nächsten Tag planten wir einen Tag Pause einzulegen und mal wieder unsere Vorräte aufzufüllen und verschiedene Besorgungen zu machen. Husum erschien uns dafür sehr gut geeignet. Der Campingplatz war ganz nett und hatte eine durch Büsche windgeschützte Zeltwiese. Ein nicht unwesentliches Detail hier im windigen Norden. In Husum reihte sich ein Geschäft ans andere und wir waren zuversichtlich alles zu bekommen was wir benötigen würden.

49.Tag und 50.Tag - Husum

Zwei Tage Pause in Husum. Im Wesentlichen ging es darum unsere Haarpracht wieder zurechtstutzen zu lassen. Dafür hatten wir am Vortag einen Termin bei einem hiesigen Frisör vereinbart. Genauer gesagt war der Termin für Daniela, ich musste mich in eine wartende Männermenge einreihen. Die ältere Dame zu der ich eingeteilt wurde, machte dann kurzen Prozess und stutze mich mit einem Rasierer zurecht. Ich vermute, dass sie schichtweise zur Schafschur eingeteilt war. Das Verfahren war offensichtlich das gleiche.
Ein wenig Erholung hatten wir zumindest am zweiten Tag. Weil es da ständig regnete, gewitterte und stürmte, verbrachten wir den Tag hauptsächlich mit essen und schlafen. Auch mal schön, wenn man ansonsten nur auf dem Fahrrad sitzt. Trotzdem konnten wir es kaum erwarten, endlich weiterzufahren.

51.Tag - Von Husum nach Büsum - 70 km/150 Hm

Endlich konnten wir Husum hinter uns lassen. Das Wetter war ganz OK. Am Morgen versuchten wir eine Zugverbindung nach Leer oder Emden zu bekommen. Natürlich war Sonntag. Versuche eine Fahrkarte im Internetcafe oder am Fahrkartenautomaten zu kaufen scheiterten an den Fahrradkarten. So beschlossen wir erst mal weiter nach Büsum zu fahren. In Tönning, einem netten kleinen Örtchen gönnten wir uns mal wieder eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Dadurch saßen wir bei einem heftigen Regenschauer im Trockenen. Landschaftlich bot sich das gleiche Bild wie überall hier. Flach, ein paar Kühe oder Schafe, Windräder und vereinzelt ein Bauernhof. Allerdings hatten wir die Ecke um St. Peter Ording umfahren und waren auf direktem Weg nach Büsum geradelt. Wir wollten endlich mal wieder ein Stück vorankommen. Wir hatten an diesem Tag sogar öfters mal Rückenwind. Vermutlich eine Laune der Natur oder eine Verschiebung im Raum-Zeit-Gefüge.

52.Tag - Von Büsum nach Brunsbüttel - 62 km/72 Hm

Gestern hatten wir beschlossen mit dem Schiff und der Bahn weiter zu fahren. Am Morgen kauften wir in einem Reisebüro in Büsum unsere Fahrkarten für die Zugverbindung Cuxhaven-Leer. Dann fuhren wir auf direktem Weg weiter nach Brunsbüttel. In Brunsbüttel mussten wir dann noch die Scherze des Campingplatzbetreibers “ertragen“. Der norddeutsche Humor war für uns etwas speziell.

53.Tag - Von Brunsbüttel nach Leer (Schiff und Bahn)

Mit der MS-Nordstern, einem kleinen Ausflugsschiff, fuhren wir heute von Büsum nach Cuxhafen. Die Räder wurden auf dem Oberdeck transportiert. Über eine schmale Rampe gelangte man in steilem Winkel nach oben und natürlich auch wieder runter. Was nach oben trotz der schwer bepackten Räder gut klappte, wurde in Cuxhafen beim Aussteigen nach unten zur Attraktion für die wartenden Fahrgäste. Die Besatzung war aber sehr hilfsbereit.
Von Cuxhaven fuhren wir mit Regionalbahnen über Bremen nach Leer. Mit dem Niedersachsenticket war das Ganze mit insgesamt 48Euro einigermaßen bezahlbar. In Bremen hatten wir uns zwei Stunden Aufenthalt gegönnt, was sich als kluge Entscheidung herausstellte. Die verschiedenen Bahnsteige waren mit den Rädern nur per Aufzug zu erreichen. Um alles von einem Bahnsteig auf den anderen zu schaffen benötigten wir sechs Fahrten. Bei einem solch großen Bahnhof mit entsprechend viel Betrieb, war dies eine zeitraubende Sache.{{br}Ingesamt konnten wir uns aber nicht beklagen. Ich hatte große Bedenken bezüglich der Zugfahrt. Daniela war da entspannter. Wir kannten die Probleme von früher. Enge Wagen, hohe Einstiege, unfreundliches Personal und dazu noch die schweren Räder. Diesmal noch zusätzlich mit unserem Anhänger. Aber es kam anders als befürchtet. Das Bahnpersonal war sehr nett. Einer fuhr sogar selbst Liegerad, ein Flux S600. Auf dem Bahnhof in Leer wurden wir gar von einem Bahnangestellten über die Gleise geführt um nicht die Treppen durch die Unterführung nutzen zu müssen. Ingesamt mussten wir zweimal umsteigen. Wir hatten aber durchgängig Niederflurwagen, wodurch der Ein- und Ausstieg recht reibungslos funktionierte.
Leider wurde das Wetter immer schlechter je weiter wir uns Leer näherten. In Leer mussten wir dann noch acht Kilometer bis zum Campingplatz fahren. Komischerweise war dieser Tag für uns anstrengender, als 100 Kilometer mit dem Rad zu fahren. Weil wir entsprechend müde waren und es schon recht spät war, gönnten wir uns ein Essen in der Erlebnisgastronomie neben dem Campingplatz in Leer-Bingum. Es war ein Restaurant im Westernstiel. Sehr lecker und wirklich ein nettes Erlebnis.

54.Tag - Von Leer nach Termunterzijl (Niederlande) - 75 km/129 Hm

Wir waren zunächst nach Leer zurück geradelt. Leer ist ein nettes Städtchen mit einem schönen Museumshafen. Wir hatten beschlossen auf der rechten Seite der Ems Richtung Emden zu fahren um dann in Pektum mit der Fähre nach Ditzum überzusetzen. Auf dem Weg aus Leer kamen wir an einem riesigen Radladen vorbei. Wir nutzen die Gelegenheit uns neue Klickpedale zu kaufen. Unsere alten nervten uns schon seit einigen tausend Kilometern mit anhaltendem Gequietsche, dass sich auch durch großzügiges fetten oder ölen nicht abstellen ließ.
Ansonsten war es wieder mal ziemlich eintönig. Bis auf großflächig durch Kühe versch…. Straßen, die erhöhte Konzentration erforderten, war nicht viel geboten. Wir erreichten am Nachmittag die Niederlande. Hier war stumpfsinniges Geradeausfahren angesagt. Der Campingplatz in Termunterzijl bei Delfzijl war zwar groß aber ziemlich verlassen. Überall in den letzen Tagen spürten wir das Saisonende. Zusammen mit dem grauen Wetter wirkte dadurch alles noch trostloser. Wegen dem grauen Wetter und der anhaltenden Kälte kochten wir uns am Abend einen Tee mit Rotwein um wenigstens ein bisschen Wärme abzukriegen. So langsam nagten das Wetter und die öde Fahrerei an unserer Moral.

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